Die Inselhauptstadt entdecken – von der gotischen Kathedrale bis zu versteckten Innenhöfen
Palma de Mallorca ist weit mehr als der Ort, an dem man am Flughafen landet und zum Hotel weiterfährt. Die Inselhauptstadt gehört zu den schönsten Städten am Mittelmeer – ein lebendiger Mix aus gotischer Architektur, arabischem Erbe, engen Altstadtgassen mit versteckten Innenhöfen, trendigen Vierteln und einer Hafenpromenade, die jede Großstadt neidisch macht. Mit rund 420.000 Einwohnern ist Palma urban genug für gute Restaurants, Museen und Nachtleben, aber kompakt genug, um sie an einem oder zwei Tagen zu Fuß zu erkunden.
Dieser Guide zeigt Ihnen die 10 besten Highlights in Palma de Mallorca – mit Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, Parktipps und ehrlichen Empfehlungen, damit Sie Ihren Tag optimal nutzen.
ArchitekturUNESCO-würdig
Die Catedral de Santa María de Palma, von allen nur La Seu genannt, ist das unbestrittene Wahrzeichen Mallorcas und eine der imposantesten gotischen Kathedralen Europas. König Jaume II. ließ sie ab 1229 auf den Fundamenten einer maurischen Moschee errichten – fertiggestellt wurde sie erst 1601. Was La Seu so einzigartig macht: ihre Lage direkt an der Meereskante und das größte gotische Rosettenfenster der Welt mit einem Durchmesser von 13,8 Metern und 1.236 Glasstücken.
Zweimal im Jahr, um den 2. Februar und den 11. November, fällt das Morgenlicht so durch die Rosette, dass sich ein perfekter Lichtkreis auf die gegenüberliegende Wand projiziert – das berühmte Festa de la Llum (Lichtfest). Im Inneren der Kathedrale hinterließ auch Antoni Gaudí seine Spuren: Zwischen 1904 und 1914 gestaltete er den Altarraum und den schmiedeeisernen Baldachin um.
GeschichteArchitektur
Direkt neben der Kathedrale steht der Palau Reial de l'Almudaina – einer der ältesten noch genutzten Königspaläste Europas. Das Gebäude hat maurische Wurzeln aus dem 10. Jahrhundert, wurde im 14. Jahrhundert von den aragonesischen Königen zur gotischen Residenz umgebaut und dient bis heute als offizieller Sommersitz der spanischen Königsfamilie (auch wenn König Felipe VI. im nahegelegenen Marivent-Palast wohnt).
Besuchern zugänglich ist der Großteil des Palastes: die gotischen Prunksäle mit flämischen Wandteppichen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Kapelle Santa Ana im romanischen Stil, die Gartenanlage S'Hort del Rei mit ihren Springbrunnen und der von Joan Miró gestalteten Skulptur "Egg". Von der Terrasse hat man einen der besten Ausblicke auf die Kathedrale und den Parc de la Mar.
ArchitekturKostenlos
Palmas Altstadt (Casc Antic) ist ein Labyrinth aus engen Gassen, honigfarbenen Sandsteinfassaden und schweren Holzportalen. Das eigentliche Highlight verbirgt sich hinter diesen Portalen: die Patios – prachtvolle Innenhöfe, die seit dem 15. Jahrhundert den Reichtum der mallorquinischen Adelsfamilien widerspiegeln. Über 60 historische Patios gibt es in der Altstadt, viele davon frei zugänglich.
Die schönsten Exemplare finden Sie in der Carrer de Can Savellà, der Carrer del Sol und rund um die Plaça de Cort (mit dem über 600 Jahre alten Olivenbaum vor dem Rathaus). Besonders sehenswert: das Can Oleza (Carrer del Morey 9) mit seiner eleganten Freitreppe und das Casal Solleric an der Paseo del Borne, das heute als Ausstellungsraum dient. Jeden Samstag bietet das Rathaus kostenlose Patio-Führungen an – Anmeldung über die Tourist-Info an der Plaça de la Reina.
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Der Paseo del Borne (Passeig des Born) ist Palmas Prachtboulevard – eine breite, von Platanen beschattete Flaniermeile, die an die Ramblas in Barcelona erinnert. Hier reihen sich Louis Vuitton, Loewe, Zara Home und Carolina Herrera aneinander. Doch der Borne ist mehr als Shopping: Die eleganten Stadtpalais zu beiden Seiten gehören zu den schönsten der Stadt, und am Südende öffnet sich der Boulevard zum Meer hin.
Von der Plaça del Rei Joan Carles I am oberen Ende laufen Sie in wenigen Minuten zur Avenida Jaume III – der zweiten großen Einkaufsstraße mit einem Mix aus Designerläden und lokalen Boutiquen. Für unabhängige Mode und Concept Stores biegen Sie in die Carrer de Sant Feliu ab: Hier gibt es kleine Labels, Keramikkunst und handgemachte Lederwaren.
ArchitekturMuseumWald
Rund drei Kilometer westlich der Altstadt thront das Castell de Bellver auf einem 112 Meter hohen Hügel – und es ist einzigartig: Die 1309 fertiggestellte Burg ist eine der wenigen kreisrunden Festungen Europas. Der Name kommt aus dem Katalanischen: bell veer – schöne Aussicht. Und die ist tatsächlich atemberaubend: 360-Grad-Panorama über die gesamte Bucht von Palma, die Kathedrale, den Hafen und bei klarer Sicht bis nach Cabrera.
Im Inneren beherbergt das Castell das Museo de Historia de la Ciudad mit Funden von der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert. Der kreisrunde Innenhof mit seinen gotischen Arkadenbögen ist architektonisch faszinierend und dient im Sommer als Freilichtbühne für Konzerte. Der umliegende Bellver-Wald (das größte innerstädtische Waldgebiet Palmas) eignet sich ideal für einen Spaziergang oder eine Joggingrunde.
KulinarikKostenlos
Wer die authentische Seite Palmas schmecken will, muss auf die Märkte. Der Mercat de l'Olivar (Plaça de l'Olivar) ist der größte überdachte Markt der Stadt und ein Paradies für Feinschmecker: Fangfrischer Fisch, Sobrassada (Mallorcas berühmte Paprikawurst), hunderte Olivensorten, reife Tomàtigues de Ramellet und frisch gepresster Orangensaft für 2 EUR. In der Fischhalle können Sie an den Bartresen direkt frische Austern, Garnelen oder Tintenfisch bestellen – dazu ein Glas Weißwein, und Sie essen wie die Mallorquiner.
Noch trendiger ist der Mercat de Santa Catalina im gleichnamigen Viertel. Der kleinere, intimere Markt hat sich zu einem gastronomischen Hotspot entwickelt: Neben den klassischen Ständen gibt es hier Sushi, Craft Beer, vegane Bowls und Tapas-Bars mit Vermouth auf Hockern zwischen den Ständen. Samstags und sonntags wird es voll – aber genau dann ist die Stimmung am besten.
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PromenadeKostenlos
Der Paseo Marítimo ist Palmas pulsierende Wasserfront – eine rund fünf Kilometer lange Promenade, die sich vom Kreuzfahrthafen im Westen bis zum Portitxol-Viertel im Osten erstreckt. Links das Meer und die Yachten, rechts Palmenalleen, Restaurants und Bars – besonders in den Abendstunden entfaltet der Paseo seinen vollen Charme, wenn die Lichter der Stadt sich im Wasser spiegeln.
Am Moll Vell (alter Hafen) legen die Fähren nach Ibiza und Barcelona ab. Daneben liegt der Club de Mar mit Superyachten, die man in aller Ruhe bestaunen kann. Im ehemaligen Fischerviertel Portitxol am Ostende des Paseo finden Sie einige der besten Fischrestaurants der Stadt – hier isst man draußen mit Meerblick, abseits der Touristenmassen. Der gesamte Paseo hat einen separaten Fahrradweg und ist ideal für eine Rad- oder E-Scooter-Tour.
MuseumArchitektur
In einer spektakulär umgebauten Bastion der alten Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert liegt das Museu d'Art Contemporani Es Baluard – Palmas wichtigstes Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Die Sammlung umfasst Werke von Miró, Picasso, Barceló, Tàpies und wechselnde internationale Ausstellungen. Doch ebenso beeindruckend wie die Kunst ist das Gebäude selbst: Die Architekten haben die historische Festungsmauer mit modernen Beton- und Glasstrukturen verschmolzen.
Vom Dachterrassenrundgang hat man einen fantastischen Panoramablick auf die Kathedrale, den Hafen und das Meer. Dieser Rundgang ist auch ohne Museumseintritt frei zugänglich. Das hauseigene Café auf der Terrasse ist einer der schönsten Orte in Palma für einen Kaffee mit Aussicht.
GeschichteArchitektur
Versteckt in einer ruhigen Gasse der Altstadt (Carrer de Can Serra 7) liegen die Banys Àrabs – die besterhaltenen arabischen Bäder auf den Balearen und eines der wenigen Überbleibsel der maurischen Herrschaft über Mallorca. Die kleine Anlage stammt aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und besteht aus einem Tepidarium (Warmbaderaum) mit zwölf Säulen, die einen Kuppelgewölbe mit Sternenöffnungen tragen. Jede Säule ist anders – sie wurden aus verschiedenen römischen und byzantinischen Gebäuden recycelt.
Nach dem Besuch des kompakten, aber atmosphärischen Innenraums führt der Weg in einen idyllischen Garten mit Orangenbäumen, Kakteen und Bänken zum Verweilen. Der gesamte Besuch dauert nur 15 bis 20 Minuten, ist aber ein schöner Kontrapunkt zur gotischen Architektur der restlichen Altstadt.
KulinarikBoutiquenKostenlos
Westlich der Altstadt, hinter dem Es Baluard Museum, beginnt das Barrio Santa Catalina – Palmas angesagtestes Viertel. Das ehemalige Fischerviertel hat sich in den letzten Jahren zum Epizentrum der Gastro- und Barszene entwickelt, ohne dabei seinen Charakter zu verlieren. In den engen Straßen reihen sich Cocktailbars, Weinbistros, internationale Restaurants und kleine Concept Stores aneinander.
Die Carrer de Fàbrica und die Carrer de Sant Magí sind die Hauptachsen des Viertels. Hier finden Sie alles: vom mallorquinischen Frühstück (Pa amb oli mit Tomàtiga und Olivenöl) über kreative Tapas bis zum japanischen Izakaya. Freitags und samstags ist Santa Catalina das Ausgehviertel Palmas – die Terrassen füllen sich ab 20 Uhr. An den Hauswänden entdecken Sie Streetart von lokalen und internationalen Künstlern, und der Mercat de Santa Catalina (siehe Punkt 6) bildet das Herz des Viertels.
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9:00 Frühstück auf dem Mercat de l'Olivar
10:00 Kathedrale La Seu (1,5 Std.)
11:30 Königspalast La Almudaina
12:30 Banys Àrabs & Altstadt-Patios
13:00 Tapas in Santa Catalina
15:00 Castell de Bellver (1,5 Std.)
17:00 Paseo del Borne & Shopping
19:00 Paseo Marítimo bei Sonnenuntergang
20:30 Abendessen in Portitxol
Viele Mallorca-Urlauber fahren am Flughafen direkt zu ihrem Strandresort und verpassen damit eine der faszinierendsten Städte des Mittelmeers. Palma vereint gotische Pracht und maurisches Erbe mit modernem Lifestyle – wo sonst kann man morgens durch mittelalterliche Innenhöfe schlendern, mittags frische Austern auf dem Markt essen, nachmittags eine Rundburg besichtigen und abends mit Meerblick am Paseo Marítimo einen Cocktail trinken?
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